Innere Medizin, Hämatologie, Onkologie, Transfusionsmedizin und hausärztliche Versorgung

Dr. med. Andreas Hauke
Arnold Weiss
Dr. med. Peter Florian Schwindt
Dr. med. Sonja Schäfer

in Praxisgemeinschaft mit

Dr. med. Irene Bux-Gewehr

Darmkrebs - neuer Test zum Metastasenrisiko

Darmkrebs - neuer Test zum Metastasenrisiko

Neuer Gentest gibt Hinweise auf Rezidivrisiko von Darmkrebspatienten

19. Januar 2011 - Ein Großteil der Patienten mit Darmkrebs im Tumorstadium II kann nach einer erfolgreichen Operation als geheilt angesehen werden. Aber 20 bis 30 Prozent der operierten Patienten entwickeln ein Tumorrezidiv. Genau diese Gruppe würde von einer im Anschluss an die Operation durchgeführten Chemotherapie profitieren. Bisher fehlen allerdings einfache Möglichkeiten, diese Patienten zu identifizieren. Mit einem neuen Gentest könnte das gelingen.

Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar in München untersuchten nun mit dem Gentest Coloprint Tumorgewebe von 233 Patienten, die wegen Darmkrebs im Stadium II und III operiert worden waren.

Die Ergebnisse der 135 untersuchten Proben im Stadium II zeigten eine hohe Trefferquote von Coloprint: 73 Prozent der Patienten wurde anhand des Testergebnisses ein geringes Risiko vorhergesagt. Tatsächlich zeigte sich nach Überprüfung der Krankenakten, dass in dieser Gruppe lediglich fünf Prozent der Patienten innerhalb von fünf Jahren an einem Rezidiv erkrankt waren. Von den 27 Prozent der Patienten, bei denen das Testergebnis ein hohes Rezidivrisiko erwarten ließ, entwickelte dagegen jeder fünfte Metastasen.

Die Wissenschaftler um Robert Rosenberg, dem Leiter der Forschungsgruppe, stellen die Ergebnisse ihrer Arbeit in dieser Woche  auf dem Kongress der US-amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO GI) in San Francisco vor.

Bereits jetzt untersucht eine große internationale Studie mit vielen teilnehmenden Zentren den Stellenwert von Coloprint. Auch an dieser PARSC-Studie nimmt die Münchner Gruppe teil.

Rosenberg hofft, dass Ärzte ihren Darmkrebspatienten auf Grundlage dieses Tests künftig klarere Behandlungsempfehlungen geben können. „Patienten sollen nach einer Operation nur eine Chemotherapie erhalten, wenn sie auch einen Vorteil davon haben.“

Quelle: Pressemitteilung des Klinikums rechts der Isar vom 19. Januar 2011